Liebe Zuhörer!
Vom vermeintlich charakterstarken Löwen,
von einer jungen Frau, die zur Gallionsfigur wird, um ihrem Liebsten auf hoher See zu finden, von unersättlichen Frauen, vom kleinen Jungen, der mit dem lieben Gott zu Mittag gegessen hat und vom Mädchen mit dem Schwefelhölzchen, dem wohl mit bekanntesten und einer der schönsten Weihnachtsmärchen, erzählt die Geschichtenerzählerin Alexandra Kampmeier im gemütlichen Wohnzimmer der Familie Post in St. Vit.

Das Leben steckt voller Geschichten!

Der Kulturverein „vitART“ hatte die Erzählerin, die gebürtig aus Benteler kommt, aber schon zehn Jahre in Hamburg lebt, eingeladen.   Märchen und Geschichten zu lauschen ist im Grunde jahreszeitenunabhängig. Aber gerade bei Kerzenschein im gemütlichen Wohnzimmer Geschichten zu hören, die von Kälte, Schnee und interessanten Begegnungen der Menschen erzählen macht es besonders schön.

Unter dem Motto „Lasst und zusammenrücken und zuhören“ folgen Menschen jeden Alters der Einladung und lauschten gespannt den Worten der Erzählerin, die ihr Hobby inzwischen zum Beruf gemacht hat. Auf anspruchsvolle, charmante und einfühlsame Weise gelingt es ihr im Nu die Zuhörer zu fesseln und die Geschichten authentisch näher zu bringen. Nur durch das gesprochene Wort, Gestik und Mimik nimmt sie die Zuhörer mit ins Reich der Fantasie und ließ  sie für eine gewisse Zeit den hektischen Vorweihnachtstrubel vergessen. Genussvoll- würzig-knisternd- so beschreibt die Hamburgerin ihre Art zu erzählen. Mal war es traurig, wie beim Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Hans Christian Anders. Die Erzählerin bringt es so wirklich zum Ausdruck, dass dem einen oder anderen ein Tränchen die Wange herunter kullert. Mit so einer Stimmung will sie aber nicht die Pause einläuten und erzählt noch von der Begegnung eines Jungen der eigentlich ausreißen wollte. Er hatte sich Schokoriegel und Getränke in seinen Rucksack gepackt und setzte sich irgendwann erschöpft auf eine Bank. Eine alte Dame saß neben ihm und schaute so traurig aus. Er versorgte sie ebenfalls mit Essen und Trinken und am Ende umarmten sie sich sogar. Stolz erzählte der Junge abends wieder zuhause, dass er mittags mit dem lieben Gott gegessen hätte. Und auch die alte Dame erzählte daheim das gleiche.

Tiergeschichten, die sich ohne viel Phantasie auf die Menschen übertragen lassen und trotz der Übertreibungen viel Wahres in sich verbergen, gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire. Der Kulturverein verwöhnt die Gäste in gewohnter Weise mit Häppchen und Getränken. 



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