NW am: Dienstag 18, Oktober 2016

Lesung mit Mike Kleiss

Mike Kleiß liest aus seinem Buch vor und verrät, wie er als 115-Kilo-Mann zum Sport kam 

¥ Rheda-Wiedenbrück (wl). Er stand im Stau auf seiner Fahrt nach Rheda-Wiedenbrück und kam doch entspannt kurz vor Lesungsbeginn im Wiedenbrücker Schule Museum an. Der Autor und Laufkolumnist Mike Kleiß war auf Einladung des Kulturvereins Vitart zu Gast in Rheda- Wiedenbrück und trug aus seinem vor wenigen Tagen er- schienenen Buch „Laufwunder – Wie sie dein Leben verändern“ vor. 50 Gäste – 99 Prozent von ihnen Läufer – waren gekommen, um den Geschichten, die Kleiß beim Sport erlebte, zu lauschen. Er läuft zwischen 120 und 140 Ki- lometer pro Woche, da gibt es viel zu erzählen.

In der emotionalen Begrüßung berichtete Andreas Post, Vitart, wie er vor über zwölf Jahren durch die schwere Krankheit seines Sohnes zum intensiven Laufen gekommen war. Kleiß nahm das als Einstieg. Oft führten Trauer, psychische oder körperliche Probleme dazu, dass Menschen zu dem Sport kämen. Der könne eine Alternative zur Gesprächstherapie werden, weil man dabei sehr viel freisetze.

Kleiß ist aus einem anderen Grund dazu gekommen. Er hatte 20 Jahre keinen Sport gemacht, wog 115 Kilogramm, fühlte sich unwohl, wollte etwas tun. Er berichtete von ersten Versuchen, als er sich wie ein nasser Sack durch den Park quälte. Heute ist er schlank, durchtrainiert und gut ausse- hend. Der 46-Jährige läuft regelmäßig Marathon und schon mal einen Ultramarathon mit über 50 Kilometern. Er erzählte von Begegnungen bei seinen Läufen. Wie mit dem Flüchtlingsjungen Bassan, der mit ihm zusammen lief und so den Schmerz über den Verlust seiner Familie besser verkraften konnte. Und von dem ma- gersüchtigen Mädchen, das Kleiß oft im Wald beim Laufen gesehen und es schließlich angesprochen hat. „Sie hatte darauf gewartet“, erzählte er. Viele solcher Begegnungen hat er aufgeschrieben.

Kleiß betreibt eine Kom- munikationsagentur in Köln. Die Zeit zum Laufen baut er in seinen Tagesablauf ein, meistens morgens um 6 Uhr. „Das gibt mir Kraft und Energie.“ Seit 2012 ist er Sportler und ein wenig besessen. Ohne Laufen geht es nicht mehr. Während der Lesung fragte er die Gäste, ob sie eine nachdenkliche Geschichte oder lieber eine humorvolle hören wollten. Das Miteinander war ihm wichtig – wie beim Laufen. Denn Läufer sind füreinander da und verzichten auf gute Zeiten, wenn es dem Nebenmann schlecht geht.

Die nächste Veranstaltung von Vitart ist am 26. November. Heinz Flottmann präsentiert in der Ausstellung der Firma Ebeling in St. Vit „Da haben wir die Bescherung“. 

 

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